Eine psychologische / verkehrstherapeutische Maßnahme hat zum Ziel in einem individuellen Zusammenhang die Ursachen für…
Was ist das Suchtgedächtnis?
Das Suchtgedächtnis im Gehirn des Menschen entsteht durch Lernen, wie alle anderen Gedächtnisarten auch, nämlich durch neue und sich dann verfestigende Verschaltungen und Verbindungen der Nervenzellen im Gehirn. Das Gehirn lernt z. B. über den Suchtstoff Alkohol oder Drogen oder ein abhängiges Verhalten (z. B. Spielsucht), dass der Suchtmittelkonsum bzw. das Suchtverhalten angenehm ist bzw. hilft Unangenehmes zu vermeiden. Das Suchtgedächtnis speichert die Erwartungswirkung im Gehirn positiv ab und sagt: „Das will ich wieder haben.“
Belohnungen und ihre Auslöser speichert unser Gehirn somit sofort ab. Das Gehirn lernt, das Trinken mit einem guten Gefühl zu verbinden. Das geschieht über eine Reihe biochemischer Prozesse.
Durch den Alkohol kommt es im Gehirn zu einem Dopamin-Kick, der das Lustzentrum anheizt. Beim Konsum von Alkohol schütten die Nervenzellen im sogenannten Belohnungssystem vermehrt Dopamin aus. Diesen biochemischen Prozess nehmen wir als Wohlbefinden wahr. Vereinfacht bedeutet das: Unser Gehirn speichert, dass Alkohol glücklich macht. Ein vorher gefasster Vorsatz nichts zu trinken, kann dann schnell vergessen sein. Auf Dauer verändert dieser Reiz die Gehirnstruktur. Es entstehen mehr Nervenzellen, die auf Alkohol ansprechen. Denn je mehr Nervenenden bereitgehalten werden, an denen die Alkoholmoleküle andocken können, umso besser wird das positive Gefühl verwertet. Es bildet sich ein Suchtgedächtnis.

